Glücklich  SEIN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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FRAGE AN YOGI„Zurzeit kursiert in vielen Medien, dass die Philosophie wieder aktueller denn je sei, die Frage nach dem Sinn, nach Glück. Können philosophische Gedanken wirklich glücklich machen, wie z. B. der Satz „Denke dich glücklich!“?

 

YOGI: Wir sind ein Land der Dichter und Denker, daher ist die Sehnsucht nach dem Philosophieren in uns, und es braucht nur die richtige Umgebung und Gelegenheit, dann fängt sie an zu wachsen, und das ist gut so. 

 

Ein Philosoph ist ein Freund der Weisheit, weil er sie, wie jeder von uns, in sich trägt, und sich danach sehnt, die menschliche Existenz und die Welt zu verstehen. Die Weisheit ist aber jenseits des Verstandes. Solange du denkst, trennst du dich von der Weisheit.

 

Die absolute Wahrheit ist nicht das, was ist, sondern sie ist eine schöpferische Tat, die das, was ist, transzendiert. Daher muss der Freund der Wahrheit sterben und sich mit der Weisheit vereinen, dann bleibt nur SEIN, wie bei einem Liebesakt verschwinden die zwei, es bleibt nur EINS: Glücklich SEIN.

 

Glück ist ein Seins-Zustand. Du kannst nicht gleichzeitig denken und glücklich sein. Du kannst dir zwar Glück vorstellen aber um glücklich zu sein, muss der Denkende verschwinden. Glück ist, in dem Augenblick Leben mehren, schützen.

Vorstellungen sind Ge – danken, das beinhaltet – „es sei gedankt“, das ist eine abgeschlossene Handlung, die ein Hinweis auf die Vergangenheit ist. Denken ist Vergangenheit und kann aber in die Zukunft projizieren.

 

Wer denkt? Der Geist? Der Verstand? Das Hirn?

Gegen die verbreitete Meinung hat der Verstand dem Herz zu folgen und nicht umgekehrt. Das Herz ist autonom, ist Selbst und stets im Sein. Sobald der Verstand anfängt zu denken, übergeht, ja überlistet er meistens das Herz – er trennt sich, ist nicht im Sein. Das Hirn sollte aber das Instrument des Herzens sein.

Deshalb ist der Satz „Denke dich glücklich!“ nur ein intellektueller Gedanke, der beruhigt, ein wenig hilft, aber nicht so ganz nützt. Gedanken sind Vorstellungen, also Kraft. Sie können uns helfen (florieren) aber auch schaden (ruinieren). Wenn du denkst, dann denke wenigstens positiv, gesund. 

 

Denke dich glücklich und du bist glücklich, merke aber, nur im Kopf, oberflächlich, nicht im Inneren, im Herz. Das Herz möchte das Glück erfahren. Möchtest du ein oberflächliches oder ein tiefgründiges Glück? Wenn du tiefgründig ganz glücklich sein willst, dann musst du ganz im SEIN weilen. Dann ist jeder Teil von dir glücklich. 

 

Die Wechselwirkung zwischen Gedanken und Gefühlen ist wissenschaftlich gut belegt, aber eben wissenschaftlich. Wer schafft jedoch Wissen, das ist die Frage der Fragen? Das relative Wissen ist begrenzt, Glück hingegen ist unbegrenzt. Solange man nicht absolut glücklich ist, bleibt man innerlich unruhig und sucht weiter im Außen. Das Glück ist in dir, erinnere dich nur! Lass los und lebe! Dein Inneres wird dich ansonsten immer antreiben und sich nach der Vereinigung mit dem absoluten Glück („ananda“) sehnen. 

 

Der Intellekt bewertet, das Herz ist hingegen bewertungsfrei, das ist der Unterschied. Das Herz kannst du mit Gedanken nicht erfassen, es ist für den Verstand (Geist) unerreichbar. Du kannst es nur erleben. Deshalb muss der denkende Verstand verschwinden („manonasar“). Daher ist Glück jenseits der Gedanken. Das ist sehr schwer, aber es ist in einem geeigneten Umfeld und mit einem Weisheitslehrer („satguru“) möglich. Vereint euch für SEIN ! 

OM TAT SAT

„Sei ganz da, wo du bist, um das zu sein, was du bist: Glücklich!“

 

KRISHNANANDA


                               

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