Gedanken zum Jahresbeginn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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                                     VORSATZ - UMSETZEN


                               

Zum Jahresbeginn wird das Wort „Vorsatz“ häufig von den Menschen in den Mund genommen oder kreist in deren Geist und wird dadurch „wacher“ und präsenter.

Das ist gut, aber die tragende geistige Botschaft bleibt leider meistens oberflächlich, sickert nicht ins Innere hinein. Somit verschwindet die Vorsatzwelle und kommt erst zum nächsten Jahreswechsel wieder zum Vorschein. Das wiederholt sich dann jedes Jahr. Der Hauptgrund dieser Wiederholung liegt naturgemäß in der Oberflächlichkeit, weil wir nicht ganzheitlich leben.

Nehmen wir das Wort „Vorsatz“ als Beispiel. Es schweben zahlreiche Vorsätze um uns herum und warten auf ihre Realisierung.

Die Bedeutung liegt im Wort selbst: VOR – SATZ, vor dem Satz.

Daraus entsteht die Frage: Wer oder was ist vor dem Satz (ist der Impulsgeber)? Es müsste da „etwas“ vor dem Satz sein. Eine spirituelle Ahnung durchdringt den Satz.

Unsere wahre Natur ist spirituell, wir sind aber auch in der Materie gefangen, sind von ihr umgeben und identifizieren uns sogar mit ihr.

Genauso wie beim „Vor-Satz“ wird auch das „Um-setzen“ von einem Impulsgeber gelenkt.

Das Spirituelle, der Impulsgeber, steuert unseren „Satz“, unser Tun. Damit weist uns das Wort „Vor- Satz“ auf das Ur-Gesetz und unsere Ur-Natur, unser individuelles Bewusstsein, hin. Wir sind nämlich Teil der Ganzheit des universellen Bewusstseins.

Im zerteilten Wort entspricht das „VOR“ der Ganzheit, dem Herz, der „SATZ“ dem Teil, dem Hirn. Beide sind trotz Verschiedenheit EINS.

Nach dem Ur-Gesetz ("Dharma") folgt der Teil immer dem Ganzen, sollte ihm auch stets gehorchen, ihm dienen und es achten.

So sollten auch die Jüngeren den Älteren dienen und sie achten, respektieren und ihnen gehorchen. Die älteren Erfahrenen ihrerseits haben die Jüngeren zu lieben, eigene Erfahrungen an sie weiterzugeben, den Weg zu weisen und sie zu schützen.

 

Leben wir nach diesem Gesetz?

Nach meiner Beobachtung wird dieses Naturgesetz immer mehr missachtet. Wir vertrauen mehr dem Kopf als dem Herz. Daher heißt der wahre Vorsatz: „Achte diejenigen, die älter als du sind, achte deine Eltern, achte deine Lehrer, usw.!“

Das Gesetz gilt auch in Familie, Gemeinde, Schule usw., hält uns zusammen und stiftet Frieden.

Nimm dir deinen eigenen Vorsatz zu Herzen und verwirkliche ihn! Hierfür brauchst du keine Schule, niemanden. Es ist deine Pflicht, deiner Ur-Natur, deinem inneren Impuls, zu folgen und zu dienen. Wir sind geboren, um zu dienen, zu SEIN. Das ist oft schwierig, weil wir an das Fremde gewöhnt sind (Konditionierung).

Wir neigen dazu, uns von außen beeinflussen zu lassen und unsere eigenen Impulse zu missachten. Die Kraft der Gewohnheit setzt sich leider häufig durch.

Damit wird der Vorsatz schwächer. Das Gewohnte findet eine passende Ausrede, verfärbt und verdrängt ihn in den Hintergrund, wo er sich still verhält und bis zur nächsten Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen, wartet. Gelegenheiten, sich zu verändern, gibt es immer, aber der Leidensdruck ist oft nicht groß genug. Man muss nicht auf Schmerz oder Leiden warten, um sich zu verändern bzw. einen Neubeginn zu setzen.

Der Verstand ist dazu da, uns vor Krisen und Leiden zu warnen und uns auf das innere Alarmsignal aufmerksam zu machen. Das macht er auch, es wird jedoch ignoriert.

 

Trotz besserem Wissen fällt es oft schwer, dem Verstand und dem inneren Impuls zu folgen. In solchen Fällen ist ganzheitliche, fachkundige Beratung und Begleitung hilfreich.

Begegnungen mit wahren, erfahrenen Lehrern in gleichgesinnten Gruppen (Vereinen) sind immer nützlich, um sich die wichtigen Vorsätze zu Herzen zu nehmen und sie bewusst umzusetzen.

Das Umsetzen von Vorsätzen gelingt am besten vom Verstand zum Herzen, d. h. vom Teil zur Ganzheit, also wahrnehmen, verändern, üben und meistern!

Dann kommt alles von selbst in Ordnung, vom Oberflächlichen zum Tiefgründigen. Tiefe ist die Stille. Stille ist der Zustand der Meditation und unserer Ur-Natur. (Svarupa).

 

Die Realisierung von Vorsätzen bedarf einer Änderung des Lebensstils. Regelmäßiges Üben, Disziplin und Loslassen des Alten sichern den Erfolg. Eine positive, mutige Einstellung verstärkt und erleichtert die Umsetzung der Vorsätze.

Dabei wünsche ich euch gutes Gelingen und viel Erfolg!

 

 

Alles Gute, viel Kraft, Gesundheit, Glück und Gottes Segen im neuen Jahr!

Yogi Krishnananda

OM TAT SAT

© 2018 Verein für SEIN