Lebensstil ändern - warum und wie?

Eine ständige Veränderung, ein Wechsel sowohl im Grobstofflichen als auch im Feinstofflichen ist offensichtlich, das ist Naturgesetz, kosmisches Gesetz, die Art und Weise ist jedoch unterschiedlich.

Warum unterschiedlich? Das hängt sowohl von unseren Genen als auch von unserer Umgebung ab. Somit ist die Veränderung steuerbar. Nun, wer steuert? Du wirst sagen: „Ich selbst!“ Ja, das bedeutet aber gleichzeitig, dass du auch dafür verantwortlich bist und weißt, wohin du dich verändern willst und warum und wie. Es muss also etwas geben, was dich reizt. Du willst etwas erreichen, verändern, bewegen. Dieser Veränderungs- und Beweggrund basiert naturgemäß auf Harmonie, Kooperation mit der Umgebung und vorhandenen Ressourcen. Das fördert die Motivation, setzt damit auch positive hormonelle, bzw. biochemische Prozesse in Gang und ermöglicht das Erreichen des vorhandenen Zieles.

Auch Beziehung ist wichtig. Ohne Beziehung gibt es keine Bewegung, Entwicklung, Reife und Erlösung. Wie sollen die Beziehungen aussehen? Die Beziehungen basieren auf Liebe, Mitgefühl, Harmonie und Kooperation. Das gehört auch zum Wesen der Veränderung. Du hast als Mensch Wahlfreiheit, weil du den Verstand bekommen hast. Du kannst bewusst wählen oder unbewusst geschehen lassen wie ein Kind. Jedenfalls spielen die Erfahrungen dabei eine entscheidende Rolle.

Es gibt zwei Wege unser Leben zu gestalten:

  1. Bewusst eine Entscheidung treffen. Bewusstsein und Verstand sind dazu da, eine Entscheidung ohne jegliche Gewalt, basierend auf den oben genannten Prinzipien, die dem natürlichen Evolutionsprozess folgen, zu unterstützen. Folgst du diesem Weg bewusst? Obwohl Vernunft vorhanden ist, wird dieses natürliche Gesetz oft missachtet, weil hier das Haben und eigennützige Intention überhandnehmen. So schleicht sich Eigennützigkeit (Ego) ein, die auf immer mehr getrimmt wird und alle Bereiche zu durchzudringen anfängt, sei es im Beruf, privat oder in der Gesellschaft. Das klare Bewusstsein (Gegenwart) wird vom vergänglichen (Haben) überlappt. Man fängt an mit dieser Haben-Brille (eigene Welt) die Außenwelt zu betrachten, zu bewerten. Was zu meiner Haben-Welt passt, ist okay, anderes wird missachtet, verdrängt, bzw. gelöscht. Die Macht der „Habens-Lebensweise“ versucht die Lebensweise des Seins zu verschlingen. Man sucht das Wohlsein, Gesundsein, „im Paradies Leben“ im Haben so wie die Suche nach Licht im Dunkeln. Fata Morgana! So geht es immer weiter, wir glauben, dass wir die Entscheidung bewusst getroffen haben, sehen leider aber nicht, dass wir mit der gewohnten Haben-Brille die Welt betrachten. Alle Gefühle und Gedanken werden von konditioniertem Besitzdenken beeinflusst. So sind wir im Hamsterrad gelandet und sehen nur, was wir sehen wollen, leiden im Ursache-Wirkungs-Dilemma und manipulieren uns selbst. Wir versuchen, die anderen zu beeinflussen, zu belehren bzw. verantwortlich zu machen. Wir sehen immer die Gründe und Lösungsmöglichkeiten bei den anderen und die Selbstverantwortung, Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein sind beeinträchtigt, was letztendlich die Ursache von unserer Unzufriedenheit, unserem Unglück, Unwohlsein, unserer Krankheit, usw. ist. Somit gehen wir von uns selbst stets weg nach außen und glauben fälschlicherweise, dass wir bewusst entschieden haben. Was für eine Verblendung!

  2. Geschehen lassen: Wenn die Veränderung Naturgesetz ist, dann muss sie naturgemäß auf natürliche Weise stattfinden. Offensichtlich steuert die Natur auch die Veränderung, z. B. die Handlung eines Kindes (Durst, Hunger…) D. h., etwas ist in uns, welches unbewusst diese Veränderung auslöst. Unsere Natur (unser Same) hat ein eigenes Programm, das in der Auseinandersetzung mit der Umgebung uns weiter bewegt in Richtung Reifung und Erlösung. Das ist der natürliche Weg und naturgemäß sind Potential und Fähigkeiten in diesem Kern vorhanden, entsprechend deren Charakter, der auf Harmonie, Mitgefühl basierend mit der Umgebung sich weiterentwickelt. Die Umgebungen sind wie Wellen, die wie die in der Natur vorhandenen Witterungen zu verstehen sind. Sie sind dazu da, in diesem Pflänzchen, Kind, die Überlebensfähigkeiten, das Durchsetzungsvermögen, die Willensstärke, Geduld, Rücksichtnahme, Achtung, den Respekt, die ganzen moralisch, ethischen Prinzipien, die mit den Urprinzipien zusammenhängen, zu stärken.

Hier auf diesem Weg sind wir ein Stück abhängig von der Umgebung. Aber unserem Naturprogramm gemäß wollen wir Unabhängigkeit erreichen. Unabhängigkeit führt zu Freiheit. Freiheit führt zu einem natürlichen evolutionären Prozess, letztendlich zu Frieden. Ohne Frieden keine Freude, ohne Freude Sinnverlust.

Um unabhängig sein zu können, wurde uns der Verstand (Cortex) zugeteilt, und der Verstand führt uns bewusst durch die vorhandenen Bedingungen unversehrt weiter und wird dabei stärker, so wie Wasser durch verschiedene Bodenbeschaffenheiten den Weg zum Meer findet. Damit werden wir bewusster vom Sein. Sein ist immer im Fluss. Der unbewusste Weg, der Herzensweg und die bewusste Bewegung (Weg des Gehirnes) sind stets eins und nicht getrennt. Das Meer ist mit dem Ursprung dieses Flusses, der Quelle, verbunden. Das ist unsere wahre Natur. Deshalb sind wir auch Naturkreatur und Mensch, Individuum, unteilbar, Einheit. Das ist das Wesen des Seins.

Leider haben wir im Rahmen unserer Unabhängigkeitsbestrebungen, statt durch die Begegnungen auf unserem Weg für Selbstentfaltung und Stärke dazu zu lernen, angefangen, die Begegnungen zu bewerten und zu beurteilen, und sehen die Begegnungsobjekte außerhalb von uns. Wir haben uns schleichend an die Objekte verloren und glauben, das ist die Wahrheit, versuchen, diese Scheinwahrheit auf Dauer zu erreichen und zu behalten, geraten dadurch wieder in die Abhängigkeit von dieser Scheinwahrheit, landen damit im Kreislauf von Ursache und Wirkung (circulus vitiosus) und suchen vergeblich einen Ausweg.

 

Wenn ich von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit kommen will, muss meine Wachheit gestärkt werden. Da ich mich aber durch die Objekte verführen lasse, schränke ich mich in meiner Wachheit und Wahrnehmungsfähigkeit ein, identifiziere ich mich mit ihnen und somit bin ich im Traumzustand gelandet, glaube aber, ich sei wach, obwohl ich von der Scheinwelt träume. Damit folge ich nicht meinem eigenen Programm, sondern werde stets bewusst oder unbewusst von fremd (Traum) gesteuert. Was für ein Dilemma, was für ein Unglück!

Der Traumzustand wird stärker und weitet sich aus, dadurch werden die Entscheidungen im Wach- oder Schlafrhythmus beeinträchtigt. Daraus resultiert eine Dysbalance, damit ist der Lebensrhythmus und das Verhältnis von Spannung und Entspannung gestört. Das führt zur labilen Haltung, einem Hin und Her, die Wurzeln sind flach geworden, das bewirkt Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, usw.

 

 

Das innere, wahre Selbst erkennt das und schreit: Lebensstil ändern! Aber wie?

Lebensstil ändern heißt, sich bewusst von Fremdprogramm, Maske, sich stets von Fremd behandeln zu lassen, von scheinbarer Selbständigkeit usw. loszulösen. Das ist sehr schwierig (Konditionierung, Gewohnheitskraft). Aber gewiss haben wir diesen unzufriedenen Zustand gelernt. Wie gesagt, es haben viele Faktoren dabei eine Rolle gespielt (exogene, endogene). Fakt ist, dass wir diesen dominanten Traumzustand zu leben gelernt haben.

Was man gelernt hat, kann man ändern. Öfter scheitern wir hier. Wollen tun wir, weil es auch unsere Grundnatur ist. Aber unsere Wurzeln sind flach, der Akku ist runter, es fehlt an Energie, wir sind ständig unter Spannung, streben danach, etwas zu kontrollieren, was nicht zu kontrollieren ist, und wir haben natürlich auch Angst, die vertraute Scheinwelt (Haben), das Vergängliche, zu verlassen, Angst vor Veränderung, das ist die Angst des falschen Ego vor dem Tod.

Obwohl wir das intellektuell wissen und wir stets durch die Medien, Veröffentlichungen in Büchern, Naturereignisse aufmerksam gemacht werden, erreicht das nur wenige von uns. Die meisten sind nach wie vor von dem alten Gewohnten wie von einem Magneten angezogen und leben wieder weiter im eigenen Gefängnis.

Warum klappt die Veränderung nicht? Wir sind doch ein gebildetes zivilisiertes Volk. Vielleicht gerade deshalb? Oder, weil wir uns immer wieder nach außen orientieren. Selbstwissen ist ohnmächtig geworden gegenüber Fremdwissen, Fremdwissen ist Information, und Information ist nicht Wissen, und Wissen ist nicht Weisheit. Und deshalb leiden wir und sind in Unwissenheit verloren.

Was brauchen wir dann, um den Lebensstil ändern zu können? Die genetischen Grundlagen sind vorhanden, es ist dazu allerdings auch ein geeignetes Umfeld erforderlich, z. B. eine Lebensschule, wie eine Fahrschule mit Gleichgesinnten, um aus dem Gefängnis und aus den selbst geschaffenen Hindernissen zu kommen. Das ist nur möglich durch das Entfalten, Stärken, Entwickeln des klaren menschlichen Bewusstseins. Hier braucht man einen wahren Bewusstseinstrainer, der die Veränderung unterstützt.

Verändern des Lebensstils kostet Kraft. Kraft haben wir leider wenig durch die alte Konditionierung und meist scheitern wir hier mit dem Satz: „Ich will das, aber mir fehlt die Kraft!“ und suchen eine Ausrede, wie: „Das Wetter passt nicht, usw.“ Zu der Entscheidung der geschwächten Seite, dieser abhängig gewordenen, braucht es jetzt einen Lenker der verbliebenen Kraft, der sie in die richtige Richtung lenkt. Wer ist dieser Lenker? Der Lenker der Kraft ist der Wille. Wollen Sie wirklich glücklich, gesund, zufrieden sein oder …? Ja, sicher wollen das alle schon lange. Wer will das nicht? Wer lenkt den Willen, das ist eine entscheidende Frage. Der Lenker des Willens ist das Motiv (intrinsische Motivation). Ja, aber wer ist Schöpfer des Motives? Das ist, von Natur aus, das Bewusstsein, der Verstand, die Vernunft – du willst zufrieden sein. Statt des wahren Bewusstseins lenkt dich aber die Scheinwelt mit ihren Objekten. (Kauf mich! – Extrinsische Motivation!)

Diese Prinzipien, die zur Umprogrammierung führen, sind verständlich. Kraft, Lenker, Wille, Motiv und Bewusstsein wirken zusammen im Hier und Jetzt, im Sein, d. h. Gegenwart ist die Quelle der Energie.

Wie erweitern und stärken wir sie?

Mit drei wichtigen Mitteln: Konzentration, Vorstellungskraft und Meditation.

Konzentration bahnt den Weg, fördert das Bewusst-SEIN:

  • Konzentriere dich ganz auf eine Sache!

  • Handle stets bewusst, ohne zu bewerten!

  • Führe eine Handlung zur Vollendung! (Widme dem Ende die gleiche Aufmerksamkeit wie dem Anfang!)

  • Sei ganz da, wo du bist, um das zu werden, was du willst!

  • Handlungsfähigkeit besteht nur in der Gegenwart.

  • Bleib bei einer Sache, damit deine Aufmerksamkeit sich nicht zerstreut. (Kein Multitasking!)

  • Handle selbst, statt dich behandeln zu lassen!

  • Tun statt denken

 

Vorstellungskraft ermöglicht die Verwirklichung. Das ist eine Kraft, die in der Vorstellung, in der Vision oder Imagination steckt. Vorstellungen sind Gedanken.

Gedanken sind die eigenen Gedanken und daher steuerbar. Sie beeinflussen unser Verhalten, sowohl positiv als auch negativ. Das ist wissenschaftlich belegt, z. B. Placebo-Effekt. Gedankenkraft ist eine ungeheure Kraft, sie kann einen florieren oder ruinieren. Deshalb müssen wir lernen, diese Kraft in die richtige Richtung zu transformieren, sonst ist kein Kraut dagegen gewachsen. Man ist für seine Gedanken selbst verantwortlich.

Es gibt nur einen Schlüssel, aus dem selbst geschaffenen Gefängnis herauszukommen:

Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellung von den Dingen. Wenn du dir etwas vorstellst, dann denke bitte positiv! Mit Vorstellungskraft und Willenskraft kann man alles erreichen.

 

Meditation heißt Leben aus dem Zentrum, der Gegenwart, der Mitte.

Leben wir aus der Mitte? Leider kaum.

Meditation ist aber unsere wahre Natur, davon sind wir weggekommen. Wir leben dominant in der Vergangenheit, projizieren in die Zukunft, sind selten in der Gegenwart. Für die Änderung des Lebensstils ist die Meditation unerlässlich, Konzentration und Vorstellungskraft sind wichtige Mittel.

 

 

Lass los und lebe!

Verein für Sein hilft!

 

Sei ganz da, wo du bist, um das zu sein, was du bist!

 

OM TAT SAT

Yogi Krishnananda

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